Bienfait – Gesundheit, Inklusion und Teilhabe für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in ländlichen Regionen Ruandas.

Bienfait ist eine lokale Nichtregierungsorganisation in Ruanda und Partner von 1000 Hügel e.V. Gemeinsam setzen wir uns für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sowie andere besonders vulnerable Menschen in den Distrikten Karongi und Rutsiro ein.

Viele Familien leben in abgelegenen Regionen, in denen Gesundheitsversorgung nur eingeschränkt verfügbar ist. Lange Wege, fehlende Transportmöglichkeiten, Armut und mangelnde Infrastruktur erschweren den Zugang zu medizinischer Versorgung erheblich.

Mit einem mobilen Team bringt Bienfait Gesundheits- und Rehabilitationsangebote direkt in die Gemeinden. Dazu gehören Diagnostik, Physiotherapie, orthopädische Hilfsmittelversorgung, Beratung, Ernährungsberatung, psychosoziale Unterstützung sowie die Begleitung von Familien im Alltag.

Der Ansatz basiert auf Community Based Rehabilitation (CBR). Ziel ist es nicht nur, gesundheitliche Einschränkungen zu behandeln, sondern Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen die aktive Teilhabe an Familie, Schule und Gesellschaft zu ermöglichen.


Auf einen Blick

12

Kinder nach Operation und Behandlung als gesund entlassen

927

Kinder und Jugendliche mit Behinderungen behandelt

390

Dörfer durch mobile Outreach-Angebote erreicht

390

Community Health Worker geschult

212

Kinder und Jugendliche haben ein orthopädisches Hilfsmittel erhalten

4834

Krankenversicherungen für besonders vulnerable Familien finanziert

28

Kinder operiert

120

Familien durch den Social Fund unterstützt

Warum Bienfait notwendig ist

In vielen Gemeinden müssen Familien mehrere Stunden zu Fuß zurücklegen, um ein Gesundheitszentrum zu erreichen. Fehlende Straßen, hohe Transportkosten und mangelnde finanzielle Ressourcen verhindern oft eine rechtzeitige Behandlung. Besonders Kinder mit Behinderungen sind von diesen Barrieren betroffen.

Bienfait begegnet diesen Herausforderungen mit einem gemeindenahen Ansatz und bringt Versorgung dorthin, wo die Menschen leben – nach dem Grundsatz:

Nach Schätzungen der Weltbank leben weltweit 80 Prozent aller Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Nur etwa zwei Prozent haben Zugang zu medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen.

Leave No One Behind.

Unser Ansatz

Ganzheitliche Gesundheitsversorgung

Kinder mit Behinderungen und ihre Familien stehen häufig vor mehreren Herausforderungen gleichzeitig. Neben der eigentlichen Behinderung erschweren Armut, Mangelernährung, fehlende Krankenversicherung, lange Wege zu Gesundheitsdiensten und mangelnde Aufklärung den Zugang zu Versorgung.
Viele von ihnen haben keine Krankenversicherung und auch keine Diagnose über ihr Krankheitsbild oder ihre Behinderung.
Aufgrund ihrer körperlichen Einschränkung und der mangelnden Infrastruktur ist es schwer bis unmöglich Krankenhäuser und andere spezialisierte Einrichtungen zu besuchen.

Daher macht sich unser mobiles Team auf den Weg und besucht die Kinder in ihren Dörfern.

Deshalb verfolgt Bienfait einen ganzheitlichen Ansatz. Unser mobiles Team vereint Fachkräfte aus den Bereichen Physiotherapie, Orthopädietechnik, Psychologie, allgemeine Gesundheitsversorgung und Ernährungsberatung. Gemeinsam begleiten sie Kinder und ihre Familien direkt in ihren Gemeinden und entwickeln individuelle Unterstützungspläne. Dabei stehen nicht nur medizinische Behandlungen, sondern die langfristige Verbesserung von Gesundheit, Lebensqualität und Teilhabe im Mittelpunkt.

Die Teilhabe am Leben, Zugang zum Gesundheitssystem und Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen im Distrikt Karongi und Rutsiro ist das Oberziel.
Zugleich stärken wir nachhaltig das Gesundheitssystem in den ländlichen Gebieten und unterstützen lokale Gesundheitsstrukturen und Ansätze zu Gesundheitsförderung und Krankheitsvorbeugung.  Durch Aufklärung und Steigerung der Akzeptanz sollen soziale Barrieren in der näheren Umgebung abgebaut werden. 

Mit unserem mobilen Teams erreichen wir die Kinder dort, wo sie leben. Dabei haben wir uns mit relevanten Akteuren vernetzt und ein innovatives Konzept mit wissenschaftlicher Begleitung entwickelt.

Ernährungsberatung

Ernährung als Schlüssel für Gesundheit und Entwicklung

Viele Kinder in ländlichen Regionen Ruandas sind von Mangel- oder Fehlernährung betroffen. Für Kinder mit Behinderungen stellt dies eine zusätzliche Belastung dar, da Unterernährung die körperliche Entwicklung, Mobilität und Rehabilitation erheblich beeinträchtigen kann.

Deshalb ergänzt Bienfait seine Gesundheits- und Rehabilitationsangebote durch gezielte Ernährungsberatung. Familien erhalten praktische Unterstützung zu ausgewogener Ernährung, Prävention von Mangelernährung und gesundheitsfördernden Verhaltensweisen. Ziel ist es, Krankheiten vorzubeugen, die Entwicklung von Kindern zu fördern und die Gesundheit der gesamten Familie nachhaltig zu stärken.

Community Based Rehabilitation (CBR)

Teilhabe beginnt in der Gemeinschaft

Bienfait arbeitet nach dem Ansatz der Community Based Rehabilitation (CBR). Dieser verfolgt das Ziel, Menschen mit Behinderungen nicht nur medizinisch zu versorgen, sondern ihnen die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Dazu werden Eltern, Geschwister, Schulen, Community Health Worker und lokale Behörden aktiv einbezogen. Gemeinsam werden Barrieren identifiziert und Lösungen entwickelt, damit Kinder mit Behinderungen ihre Rechte wahrnehmen und aktiv am Leben in Familie, Schule und Gemeinschaft teilnehmen können.

Der Fokus liegt dabei nicht auf den Einschränkungen eines Kindes, sondern auf seinen Fähigkeiten, Potenzialen und Entwicklungsmöglichkeiten.

Social Fund

Unterstützung dort, wo Armut Versorgung verhindert

Für viele Familien ist nicht die medizinische Behandlung selbst die größte Hürde, sondern die Kosten, die damit verbunden sind. Transport, Krankenversicherung, Hilfsmittel oder notwendige Alltagsausgaben können den Zugang zu Gesundheitsversorgung unmöglich machen.

Über den Social Fund unterstützt Bienfait besonders vulnerable Familien in akuten Notlagen. Ziel ist es, finanzielle Barrieren abzubauen und sicherzustellen, dass notwendige Gesundheits- und Rehabilitationsleistungen tatsächlich in Anspruch genommen werden können.

Wo wir arbeiten

Mobile Gesundheitsversorgung in Karongi und Rutsiro

Bienfait ist in den Distrikten Karongi und Rutsiro im Westen Ruandas tätig. Viele Gemeinden liegen in schwer zugänglichen Bergregionen mit eingeschränkter Infrastruktur und langen Wegen zu Gesundheitsdiensten.

Um auch Familien in abgelegenen Gebieten zu erreichen, reist das mobile Team regelmäßig direkt in die Dörfer. Dort werden Untersuchungen, Physiotherapie, Hilfsmittelanpassungen, Beratung und weitere Gesundheitsleistungen wohnortnah angeboten. So können auch Familien unterstützt werden, die ansonsten keinen Zugang zu spezialisierten Angeboten hätten.

Unsere Projekt ist darauf ausgerichtet langfristig durch Teilhabe und Mobilität Kindern mit Behinderungen eine Schulbildung oder eine Anstellung zu ermöglichen.
Durch gezielte Maßnahmen des Empowerment, d. h. durch Befähigung und Kapazitätsaufbau, sollen sie in die Lage versetzt werden, ihr Leben so gut es geht in die eigenen Hände zu nehmen und ihre Interessen selbst zu vertreten. 

Mit diesem Projekt setzen wir mehrere der 17 Ziele der nachhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen um:




Das Hauptanliegen unseres gemeinnützig und eingetragenen Verein 1000 Hügel aus Ostbevern ist es, die Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen im derzeitigen Schwerpunktland Ruanda zu fördern.

Die „Taskforce Bienfait“ in Deutschland besteht derzeit aus 6 Personen mit Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit. Die meisten Personen kennen die Region aus ihren Besuchen und Freiwilligendiensten vor Ort, u.a. in einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen, sowie die Unterstützung durch andere Hilfsprojekte insbesondere durch den Verein 1000 Hügel. Dadurch sind die Gegebenheiten und der daraus resultierende Bedarf sehr gut bekannt. Durch die Berufsgruppen der Projektteilnehmerinnen (u.a. Ärztin, Physiotherapeutin, Lehrerinnen, Sonderpädagoginnen, Master in nachhaltiger Entwickungszusammenarbeit) bringt die Projektgruppe ein nötiges Know-How im Umgang mit Menschen mit Behinderung und ihren Bedürfnissen aus medizinischer, therapeutischer und pädagogischer Sicht mit sich.
Wir arbeiten ehrenamtlich und ohne wirtschaftliches Interesse an der Tätigkeit.

Bei solch einem umfassenden Projekt arbeiten wir mit einem großen Netzwerk.
Neben unserem direkten Projektpartner Bienfait Rwanda sind es auch Verbände von Behindertenorganisationen, die lokalen Behörden, die lokalen Gesundheitsanbieter und natürlich die Community Health Worker mit denen wir eng zusammenarbeiten.

Das Schicksal des kleinen Jungen mit dem schönen Namen „Bienfait“ aus Kigali in Ruanda war der Auslöser und wurde auch zum Namensgeber dieses Projektes.
Bienfait ist im Alter von 9 Monaten Waise geworden, eine Pflegefamilie kümmert sich nun liebevoll um ihn und seinen 3 Jahre alten Bruder. Als Bienfait zu seiner neuen Familie kam, war er mangelernährt und hatte eine nicht diagnostizierte Behinderung und keine Krankenversicherung. Nach vielen Gesprächen mit betroffenen Familien, Organisationen und Verbänden vor Ort haben wir zusammen mit unserem Projektpartner das Projekt „Bienfait“ gegründet und nach dem ersten Patienten benannt.

Deine Spende ist enorm wichtig – ohne sie könnten wir unsere Projekte nicht realisieren!

Spenden für dieses Projekt bitte mit dem Verwendungszweck „Bienfait“ angeben.

Bienfait


Erneuter Lockdown in Kigali!

Die massiv steigende Zahl Erkrankter und auch Toter in den vergangen Tagen und Wochen – vor allem in der Hauptstadt Kigali – hat die ruandische Regierung am 18.1.2021 um19:30 Uhr dazu veranlasst erneut einen Lockdown zu verhängen.

Welche Auswirkungen das auf Teile der Bevölkerung haben wird, lässt sich leicht vorhersehen, denn die Situation gab es bereits für einige Monate im Frühjahr bis Sommer 2020. Gerade einkommensschwache Familien, Tagelöhner und die, die von der Hand in den Mund leben, werden Hunger haben und das sehr schnell. Sie haben keine Rücklagen oder Vorräte und der Tagesverdienst auch in guten Zeiten reicht eh schon kaum, um über die Runden zu kommen.
Kinder und Jugendliche mit HIV werden ihre Behandlung abbrechen, da sie zu ihren täglichen Medikamenten dringend eine Mahlzeit benötigen – die Nebenwirkungen der Medikamente sind einfach zu heftig auf nüchternem Magen.

Weiterlesen „Erneuter Lockdown in Kigali!“ →

Erste Ziegen werden verteilt

In den vergangenen Wochen haben wir zahlreiche Ziegenspenden bekommen – Danke dafür!
Die ersten 21 Ziegen sind am 24.12. morgens verteilt worden und haben das Weihnachten für die Batwa Community in Kabale, Uganda aber auch für uns ganz besonders gemacht.

Viele Spender haben Ziegen verschenkt und damit nicht nur ihren Liebsten, sondern auch Kindern der Batwa eine Freude breitet. Die Ziegen haben Namen bekommen, die von den Spendern vergeben wurden.

Ihr findet „Eure“ Ziege noch nicht? Keine Sorge – die nächste Ziegenverteilung geht direkt nach Weihnachten weiter.

Über 120 Ziegen werden in den kommenden Tagen und Wochen verteilt. Weitere Ziegenbilder findet Ihr nach und nach auf unserem Blog.

Danke an alle Spender! Bei manchen Spendern können wir uns leider nicht persönlich bedanken, da wir keine Email Adresse oder Anschrift haben. Wir hoffen unser Dank erreicht Sie auf diesem Wege!

Wir hoffen auf weitere Unterstützung, damit wir noch mehr Kindern eine Ziege zum Start in eine bessere Zukunft ermöglichen können.

Unsere Corona Nothilfe

+++Coronavirus in Ruanda+++

Ruanda befindet sich seit dem 22. März 2020 in einer kompletten Ausgangssperre. Konkret bedeutet es, dass niemand aus triftigem Grund sein Haus verlassen darf. Geschäfte haben geschlossen und der öffentliche Verkehr ist eingestellt. Es fahren keine Motorradtaxen mehr und nur zum Einkaufen darf man das Haus verlassen. Streng überwacht von der Polizei. Homeschooling und Homeoffice ist auch dort angesagt – sofern es Beruf und Technologie zulassen.
Update: die strikte Ausgangsperre wurde am 4. Mai 2020 aufgehoben. Dennoch bestehen weiterhin starke Einschränkungen. Die Schulen bleiben mindestens bis September geschlossen.

Aktuelle Entwicklungen und weitere Informationen finden Sie auf unserem Blog.

Für viele Familien geht es jetzt um die Existenz. Tagelöhner und andere Arbeiter mit niedrigem Einkommen können ihre Familien nicht mehr ernähren. Die Teller bleiben leer.

Auch bei vielen Kindern die seit der Geburt mit HIV infiziert sind und von der Psychologin Laetitia Umulisa von WEACT FOR HOPE in Kigali betreut werden.

„Um die Viruslast gering zu halten und um eine erfolgreiche Therapie zu haben, müssen die Kinder jeden Tag regelmäßig ihre Medikamente zusammen mit einer Mahlzeit einnehmen. Die Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen auf nüchternem Magen sind einfach zu stark. Schon viele Kinder und Jugendliche haben ihre Therapie aufgrund von Mangel an Nahrungsmitteln abgebrochen. Die Folgen sind – neben dem akuten Hunger – gravierend: es kann schnell zu Krankheit wie Tuberkulose, Meningitis oder AIDS führen, die so schlimm werden können, dass sie zum Tod führen können“, so Laetitia Umulisa.Und nur eine konsequent fortgeführte Behandlung mit HIV-Medikamenten ermöglicht eine gutes und langes Leben ohne Schädigung des Immunsystems. Medikamente gibt es kostenfrei vom Staat.

Wir möchten diesen Familien mit ihren Kindern weiter helfen. Von unseren ersten Überweisungen wurden schon viele Nahrungsmittel gekauft. Leider reicht es noch nicht für alle betroffenen Familien.

Unsere Kontoverbindung:

1000 Hügel e.V. 
DE12400501500034449975
WELADED1MST
Sparkasse Münsterland-Ost

Stichwort: Coronanothilfe 

Hier haben Sie die Möglichkeit online via paypal oder Kreditkarte zu spenden.

Unsere Unterstützung

Im Folgenden seht Ihr, was wir für wen im Rahmen der Coronanothilfe konkret umsetzen.

1000 Hügel e.V. hat diese Kinder und Jugendlichen mit Nahrungsmitteln und Hygieneartikel wie z.B. Seife unterstützt. In den 20 kg Lebensmittelpakten sind jeweils Maismehl, Bohnen, Reis, Zucker und Öl enthalten. Keine leichte Organisation bei einer kompletten Ausgangssperre und sehr eingeschränkter Logistik.

Update: seit April bis Juli 2020 konnten wir über 32 Tonnen Lebensmittel verteilen!

Finanziert wurden die ersten Maßnahmen unter anderem mit Spendeneinnahmen durch selbstgenähte Masken aus Kitengestoff, durch sonstige private Spenden und durch die Unterstützung des Vereins step by step aus Münster sowie Bild hilft – ein Herz für Kinder.

Danke für diese tolle Solidarität!


„Mama Courage“

Warum das eine gute Entwicklung ist, lest Ihr hier

Komplikationen während der Schwangerschaft und der Geburt ist eine der häufigsten Todesursachen bei heranwachsenden Mädchen.
In Ruanda werden jedes Jahr rund 20.000 junge Mädchen im Alter von 11 bis 18 Jahren schwanger. Die Umstände die zur frühen und ungewollten Schwangerschaften führen sind vielfältig, jedoch spielt Armut und mangelnde Bildung eine wesentliche Rolle. Die wenigsten Teenagermütter haben eine abgeschlossene Schulausbildung und damit in der Regel keine Chance auf Arbeit oder einer Möglichkeit einen Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten. Dies hat neben der physischen und psychischen persönlichen schwierigen Situation der Mädchen auch langfristig negative Effekte für die Gesellschaft und die Wirtschaft des Landes.   

Bei unserem Projekt „Mama Courage“ – Ausbildungszentrum für Teenagermütter vereinen wir unsere Vereinsziele Förderung von Gesundheit und Bildung nachhaltig miteinander. Der Projektstandort ist in Bugesera, in der Ostprovinz Ruandas. Wie alles begann….

Die Ausbildung dient vielen armen, benachteiligten Mädchen bei der Versorgung ihrer jungen Familien. Die Hilfe kommt direkt ihrer Bildung und damit ihrer selbstbestimmten Zukunft zugute und wirkt damit nachhaltig für Generationen.
Die begleitende präventive Aufklärungskampagne dient auch der gesundheitlichen Förderung und dem Schutz vor frühen Schwangerschaften und den damit verbundenen Komplikationen.

Zusammen mit unserem lokalen Projektpartner, Mama Courage Rwanda, ermöglichen wir jungen Teenagermüttern eine Ausbildung, damit sie in Zukunft ihre Familie selbständig, selbstbestimmt und auf seriöse Weise versorgen können.

Damit die jungen oft alleinerziehenden Mütter in Ruhe lernen können, werden ihre nicht schulpflichtigen Kinder direkt im Haus betreut und mit Mahlzeiten versorgt.

Mit diesem Projekt setzen wir mehrere der 17 Ziele der nachhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen um:

Für dieses Projekt wurden wir im Juni 2022 mit dem 1. Platz des Ehrenamtspreis NRW in der Kategorie Frauen ausgezeichnet.

Ein neuer Ausbildungsschwerpunkt: Advanced Housekeeping

2024 wurde der Standort beibehalten aber der Ausbildungsschwerpunkt geändert. Damit soll ein Überangebot von Näherinnen und damit schlechtere Auftragschancen an einem Standort vermieden werden. Die jungen Frauen lernen nun kochen, backen, reinigen und Hauswirtschaft. Damit eröffnen sich ihnen Chancen auf dem Arbeitsmarkt z.B. in Hotels, Restaurants oder als Haushaltshilfe in Privathaushalten.

Die Anfänge: Ausbildung zur Näherin

Ein Einfamilienhaus wurde zu einem Ausbildungszentrum umgebaut. Dazu haben wir die sanitären Anlagen um weitere Toiletten und eine Handwaschstation am Eingangsbereich erweitert. Der Zugang wurde barrierefrei gestaltet und das Wohnzimmer in einen Klassenraum mit Tafel verwandelt. Die zahlreichen Zimmer wurden mit Tischen, Stühlen und Nähmaschinen ausgestattet. In einem Bereich des Hauses – mit eigenem Bad und Küche – werden die Kinder der Auszubildenden liebevoll betreut.

Aufgrund der hohen Armut der Teenagermütter ist die Gefahr der Mangel- und Unterernährung der Kinder sehr akut und es drohen langfristige gesundheitliche Folgen. Mit einem Ernährungsprogramm für die Kinder versuchen wir für eine tägliche Mahlzeit an Porridge, Milch und Obst für die derzeit 17 Kinder von 0-4 Jahren zu sorgen. Um diese akute Hilfe durch eine langfristiges Projekt zu ergänzen – oder auch in Zukunft zu ersetzen – haben wir ein nachhaltiges Landwirtschaftsprojekt gestartet. Dazu sind 40 Hühner angeschafft und ein Stall gebaut worden. Hühner sind recht einfach und kostenarm zu halten, sie brauchen täglich frisches Wasser und etwas Futter, Boden zum Scharren und Auslauf und einen Stall. Ihre Eier sorgen für eine verbesserte vitaminreiche Ernährung (Vitamin A, B2, B12, D und Folsäure sowie Phosphor, Selen, Eisen und Zink) und die Eier, die nicht zum Eigenbedarf benötigt werden, erwirtschaften ein kleines Einkommen. Die Einnahmen aus der Hühnerzucht bzw. den Eiern fließen wieder in die Ernährung und Versorgung der Kinder der Teenagermütter.

Herzlichen Dank an alle Unterstützer!

Streetkids

Entweder sind die Eltern gestorben oder sie wurden verstoßen, die Eltern haben sich getrennt, es ist nicht genug Essen und Platz für Alle da, oder die Eltern sind in sehr schlechtem gesundheitlichen Zustand… 
Die Gründe sind so zahlreich wie ihre vor Schmutz bedeckten, nackten Füsse.
Nach dem Warum fragt keiner, es kommt aufs Gleiche raus: sie sind allein. Auf sich gestellt. Niemand kann sich um sie kümmern. 

Sie warten hinter der Ecke, können es kaum erwarten, dass die Schule aus ist. Unterrichtsende bedeutet für sie nicht, dass sie schulfrei haben. 
Es bedeutet, dass sie nur noch kurz warten müssen, bis jemand sich um sie kümmert.
Es sind 55 Kinder, die Jüngste gerade 7, der Älteste schon 16. 
Sie leben auf der Straße von Gisenyi im Nordosten Ruandas. 

Sie leben ein Leben in ständigem Hunger, Verwahrlosung, Schulabbruch, (Zwangs-) Prostitution, Bandenkriege, sind Vergewaltigungen ausgesetzt und damit einher der Gefahr einer HIV Kontamination. 
Auch hier ist die Liste der täglichen Probleme lang. 
Jeden Tag, wirklich jeden einzelnen Tag, kämpfen sie ums Überleben. 

Ein kleiner Lichtblick: Unterrichtsende bei unserem Projektpartner, Ecole Malaika.
Nachdem zahlreiche kleine Vorschulkinder aus ihren Klassenräumen gehüpft sind und sich auf den Weg nach Hause gemacht haben, verwandelt sich der Schulhof kurz darauf in eine Art Badeanstalt mit Armenspeisung.

Plastikschüsseln mit Wasser, Seife und kräftigen aber liebevolle Hände waschen die Straßenkinder gründlich ab, während der Reis im großen Topf vor sich hin kocht. Die kräftigen aber liebevollen Hände gehören der ehrenamtlichen Sozialarbeiterin der Vorschule. 

Für eine kurze Zeit am Tag sind sie in guter Obhut. Sie bekommen zu Essen, mal „neue“ Kleidung, Schuhe, eine Portion Aufmerksamkeit für den Körper und die Seele und es ist auch Zeit für Spiele und Spaß. 
(Blogbeitrag über die Köchinnen Marthe und Patricia)

Für eine kurze Zeit können sie unbeschwert sein, bevor sie sich auf den Weg machen müssen, um eine sichere Unterkunft für die Nacht zu finden. 
Um dann am nächsten Tag wieder vor der Schule auf das Unterrichtende und einige Momente Normalität zu warten. 

Update: Während der Corona-Krise hat sich die Anzahl der Straßenkinder in kurzer Zeit mehr als verdoppelt.

Unsere Unterstützung

1000 Hügel hat die Straßenkinder direkt unterstützt mit Lebensmitteln, Kleidung und Hygieneartikeln. Indirekt über strukturelle Förderung des lokalen Partners in den Sport- und Resozialisierungsprogrammen.

Essen kochen für Streetkids


Sauberes Wasser rettet Leben!

Ausgangslage
Obwohl Ruanda beeindruckende Fortschritte bei der Bekämpfung von Armut und Ungleichheit gemacht hat und die Bereiche wie Gesundheit und Bildung verbessert wurden, zeigen Berichte, dass Batwa-Gemeinschaften (auch Pygmäen genannt) durch Diskriminierung und Schwierigkeiten beim Zugang zu diesen Dienstleistungen weitgehend von diesen Vorteilen ausgeschlossen wurden.
Dies hat zur Folge, dass sie höhere Kindersterblichkeitsraten, eine kürzere durchschnittliche Lebensspanne und höhere Erkrankungs- und Unterernährungsraten aufweisen als ihre Mitmenschen. Dies betrifft die Communities der Batwa sowohl in Ruanda als auch Uganda,.

Die katastrophalen Lebensbedingungen machen sprachlos.
Es fehlt am Nötigsten wie Trinkwasser und Nahrung. Die Folgen der Mangelernährung und mangelnden Hygiene durch fehlendes Wasser ist sichtbar und auch anhand der Sterbefälle messbar. Die „Suppe“, die man nicht mehr Wasser nennen kann, aber als Einziges zur Verfügung steht, ist undefinierbar braun gefärbt, riecht und es wimmelt vor Dreck und Bakterien. Da wundert es kaum, dass die Lebenserwartung dort unter 37 Jahren liegt und jedes 3. Kind seinen 5. Geburtstag nicht überlebt.

Hilfe vor Ort
Da es in dieser Gegend keine oder sehr weit entfernte natürliche Trinkwasserquellen gibt bzw. die Leitungen extrem teuer sind, haben wir uns in enger Absprache mit unseren Partnern und Experten vor Ort für Regenwasserzisternen entschieden. Mit einem 20.000l Tank können über 150 Menschen mit Wasser versorgt werden. In Ruanda und Uganda gibt es 4 Regenzeiten und die Zisterne wird sich regelmässig wieder füllen.

Water is a human right

8 Zisternen sind fertig gestellt
Unser Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Batwa weiter zu verbessern. Auch die schlechte Gesundheitssituation durch die Mangelernährung und fehlender Hygiene kann durch den neuen Trinkwasserzugang verbessert werden. Wir hoffen dadurch auch die hohe Kindersterblichkeitsrate senken zu können.


6 Wassertanks sind in Ruanda in der Region Rubavu und 2 Wassertanks sind in Uganda in der Region Kabale fertiggestellt.

Der Bau eines Wassertanks:

Die Wassertanks und Toiletten in Ruanda:

Die Wassertanks in Uganda:



Ihre Unterstützung
Durch Ihre Spende können Sie uns dabei unterstützen sauberes Trinkwasser zu ermöglichen!