Bienfait – Gesundheit, Inklusion und Teilhabe für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in ländlichen Regionen Ruandas.

Bienfait ist eine lokale Nichtregierungsorganisation in Ruanda und Partner von 1000 Hügel e.V. Gemeinsam setzen wir uns für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sowie andere besonders vulnerable Menschen in den Distrikten Karongi und Rutsiro ein.

Viele Familien leben in abgelegenen Regionen, in denen Gesundheitsversorgung nur eingeschränkt verfügbar ist. Lange Wege, fehlende Transportmöglichkeiten, Armut und mangelnde Infrastruktur erschweren den Zugang zu medizinischer Versorgung erheblich.

Mit einem mobilen Team bringt Bienfait Gesundheits- und Rehabilitationsangebote direkt in die Gemeinden. Dazu gehören Diagnostik, Physiotherapie, orthopädische Hilfsmittelversorgung, Beratung, Ernährungsberatung, psychosoziale Unterstützung sowie die Begleitung von Familien im Alltag.

Der Ansatz basiert auf Community Based Rehabilitation (CBR). Ziel ist es nicht nur, gesundheitliche Einschränkungen zu behandeln, sondern Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen die aktive Teilhabe an Familie, Schule und Gesellschaft zu ermöglichen.


Auf einen Blick

12

Kinder nach Operation und Behandlung als gesund entlassen

527

Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sowie Eltern in Therapie- und Beratungsgruppen begleitet

289

Dörfer durch mobile Outreach-Angebote erreicht

304

Community Health Worker geschult

99

Eltern und Angehörige fortgebildet

4378

Krankenversicherungen für besonders vulnerable Familien finanziert

28

Kinder operiert

120

Familien durch den Social Fund unterstützt

Warum Bienfait notwendig ist

In vielen Gemeinden müssen Familien mehrere Stunden zu Fuß zurücklegen, um ein Gesundheitszentrum zu erreichen. Fehlende Straßen, hohe Transportkosten und mangelnde finanzielle Ressourcen verhindern oft eine rechtzeitige Behandlung. Besonders Kinder mit Behinderungen sind von diesen Barrieren betroffen.

Bienfait begegnet diesen Herausforderungen mit einem gemeindenahen Ansatz und bringt Versorgung dorthin, wo die Menschen leben – nach dem Grundsatz:

Nach Schätzungen der Weltbank leben weltweit 80 Prozent aller Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Nur etwa zwei Prozent haben Zugang zu medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen.

Leave No One Behind.

Unser Ansatz

Ganzheitliche Gesundheitsversorgung

Kinder mit Behinderungen und ihre Familien stehen häufig vor mehreren Herausforderungen gleichzeitig. Neben der eigentlichen Behinderung erschweren Armut, Mangelernährung, fehlende Krankenversicherung, lange Wege zu Gesundheitsdiensten und mangelnde Aufklärung den Zugang zu Versorgung.
Viele von ihnen haben keine Krankenversicherung und auch keine Diagnose über ihr Krankheitsbild oder ihre Behinderung.
Aufgrund ihrer körperlichen Einschränkung und der mangelnden Infrastruktur ist es schwer bis unmöglich Krankenhäuser und andere spezialisierte Einrichtungen zu besuchen.

Daher macht sich unser mobiles Team auf den Weg und besucht die Kinder in ihren Dörfern.

Deshalb verfolgt Bienfait einen ganzheitlichen Ansatz. Unser mobiles Team vereint Fachkräfte aus den Bereichen Physiotherapie, Orthopädietechnik, Psychologie, allgemeine Gesundheitsversorgung und Ernährungsberatung. Gemeinsam begleiten sie Kinder und ihre Familien direkt in ihren Gemeinden und entwickeln individuelle Unterstützungspläne. Dabei stehen nicht nur medizinische Behandlungen, sondern die langfristige Verbesserung von Gesundheit, Lebensqualität und Teilhabe im Mittelpunkt.

Die Teilhabe am Leben, Zugang zum Gesundheitssystem und Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen im Distrikt Karongi und Rutsiro ist das Oberziel.
Zugleich stärken wir nachhaltig das Gesundheitssystem in den ländlichen Gebieten und unterstützen lokale Gesundheitsstrukturen und Ansätze zu Gesundheitsförderung und Krankheitsvorbeugung.  Durch Aufklärung und Steigerung der Akzeptanz sollen soziale Barrieren in der näheren Umgebung abgebaut werden. 

Mit unserem mobilen Teams erreichen wir die Kinder dort, wo sie leben. Dabei haben wir uns mit relevanten Akteuren vernetzt und ein innovatives Konzept mit wissenschaftlicher Begleitung entwickelt.

Ernährungsberatung

Ernährung als Schlüssel für Gesundheit und Entwicklung

Viele Kinder in ländlichen Regionen Ruandas sind von Mangel- oder Fehlernährung betroffen. Für Kinder mit Behinderungen stellt dies eine zusätzliche Belastung dar, da Unterernährung die körperliche Entwicklung, Mobilität und Rehabilitation erheblich beeinträchtigen kann.

Deshalb ergänzt Bienfait seine Gesundheits- und Rehabilitationsangebote durch gezielte Ernährungsberatung. Familien erhalten praktische Unterstützung zu ausgewogener Ernährung, Prävention von Mangelernährung und gesundheitsfördernden Verhaltensweisen. Ziel ist es, Krankheiten vorzubeugen, die Entwicklung von Kindern zu fördern und die Gesundheit der gesamten Familie nachhaltig zu stärken.

Community Based Rehabilitation (CBR)

Teilhabe beginnt in der Gemeinschaft

Bienfait arbeitet nach dem Ansatz der Community Based Rehabilitation (CBR). Dieser verfolgt das Ziel, Menschen mit Behinderungen nicht nur medizinisch zu versorgen, sondern ihnen die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Dazu werden Eltern, Geschwister, Schulen, Community Health Worker und lokale Behörden aktiv einbezogen. Gemeinsam werden Barrieren identifiziert und Lösungen entwickelt, damit Kinder mit Behinderungen ihre Rechte wahrnehmen und aktiv am Leben in Familie, Schule und Gemeinschaft teilnehmen können.

Der Fokus liegt dabei nicht auf den Einschränkungen eines Kindes, sondern auf seinen Fähigkeiten, Potenzialen und Entwicklungsmöglichkeiten.

Social Fund

Unterstützung dort, wo Armut Versorgung verhindert

Für viele Familien ist nicht die medizinische Behandlung selbst die größte Hürde, sondern die Kosten, die damit verbunden sind. Transport, Krankenversicherung, Hilfsmittel oder notwendige Alltagsausgaben können den Zugang zu Gesundheitsversorgung unmöglich machen.

Über den Social Fund unterstützt Bienfait besonders vulnerable Familien in akuten Notlagen. Ziel ist es, finanzielle Barrieren abzubauen und sicherzustellen, dass notwendige Gesundheits- und Rehabilitationsleistungen tatsächlich in Anspruch genommen werden können.

Wo wir arbeiten

Mobile Gesundheitsversorgung in Karongi und Rutsiro

Bienfait ist in den Distrikten Karongi und Rutsiro im Westen Ruandas tätig. Viele Gemeinden liegen in schwer zugänglichen Bergregionen mit eingeschränkter Infrastruktur und langen Wegen zu Gesundheitsdiensten.

Um auch Familien in abgelegenen Gebieten zu erreichen, reist das mobile Team regelmäßig direkt in die Dörfer. Dort werden Untersuchungen, Physiotherapie, Hilfsmittelanpassungen, Beratung und weitere Gesundheitsleistungen wohnortnah angeboten. So können auch Familien unterstützt werden, die ansonsten keinen Zugang zu spezialisierten Angeboten hätten.

Unsere Projekt ist darauf ausgerichtet langfristig durch Teilhabe und Mobilität Kindern mit Behinderungen eine Schulbildung oder eine Anstellung zu ermöglichen.
Durch gezielte Maßnahmen des Empowerment, d. h. durch Befähigung und Kapazitätsaufbau, sollen sie in die Lage versetzt werden, ihr Leben so gut es geht in die eigenen Hände zu nehmen und ihre Interessen selbst zu vertreten. 

Mit diesem Projekt setzen wir mehrere der 17 Ziele der nachhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen um:




Das Hauptanliegen unseres gemeinnützig und eingetragenen Verein 1000 Hügel aus Ostbevern ist es, die Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen im derzeitigen Schwerpunktland Ruanda zu fördern.

Die „Taskforce Bienfait“ in Deutschland besteht derzeit aus 6 Personen mit Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit. Die meisten Personen kennen die Region aus ihren Besuchen und Freiwilligendiensten vor Ort, u.a. in einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen, sowie die Unterstützung durch andere Hilfsprojekte insbesondere durch den Verein 1000 Hügel. Dadurch sind die Gegebenheiten und der daraus resultierende Bedarf sehr gut bekannt. Durch die Berufsgruppen der Projektteilnehmerinnen (u.a. Ärztin, Physiotherapeutin, Lehrerinnen, Sonderpädagoginnen, Master in nachhaltiger Entwickungszusammenarbeit) bringt die Projektgruppe ein nötiges Know-How im Umgang mit Menschen mit Behinderung und ihren Bedürfnissen aus medizinischer, therapeutischer und pädagogischer Sicht mit sich.
Wir arbeiten ehrenamtlich und ohne wirtschaftliches Interesse an der Tätigkeit.

Bei solch einem umfassenden Projekt arbeiten wir mit einem großen Netzwerk.
Neben unserem direkten Projektpartner Bienfait Rwanda sind es auch Verbände von Behindertenorganisationen, die lokalen Behörden, die lokalen Gesundheitsanbieter und natürlich die Community Health Worker mit denen wir eng zusammenarbeiten.

Das Schicksal des kleinen Jungen mit dem schönen Namen „Bienfait“ aus Kigali in Ruanda war der Auslöser und wurde auch zum Namensgeber dieses Projektes.
Bienfait ist im Alter von 9 Monaten Waise geworden, eine Pflegefamilie kümmert sich nun liebevoll um ihn und seinen 3 Jahre alten Bruder. Als Bienfait zu seiner neuen Familie kam, war er mangelernährt und hatte eine nicht diagnostizierte Behinderung und keine Krankenversicherung. Nach vielen Gesprächen mit betroffenen Familien, Organisationen und Verbänden vor Ort haben wir zusammen mit unserem Projektpartner das Projekt „Bienfait“ gegründet und nach dem ersten Patienten benannt.

Deine Spende ist enorm wichtig – ohne sie könnten wir unsere Projekte nicht realisieren!

Spenden für dieses Projekt bitte mit dem Verwendungszweck „Bienfait“ angeben.

Bienfait