Gesundheit bedeutet Teilhabe
Gesundheit ist die Grundlage für Bildung, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe.
In ländlichen Regionen Ruandas haben insbesondere Kinder und Jugendliche mit Behinderungen oft keinen Zugang zu Diagnostik, Therapie oder Hilfsmitteln. Lange Wege, Armut und fehlende Fachkräfte verschärfen diese Situation zusätzlich.
Gemeinsam mit unseren lokalen Partnern schaffen wir wohnortnahe Gesundheitsangebote, stärken Fachpersonal und verbessern den Zugang zu Rehabilitation, Hilfsmitteln und medizinischer Versorgung.
Warum engagieren wir uns in diesem Bereich?
Die Stärkung der Gesundheit und der Gesundheitsversorgung der Menschen ist eine der wesentlichsten Aufgaben in der Entwicklungszusammenarbeit.
Gesundheit ist ein zentrales Fundament, auf dem Fortschritt und Bildung aufbauen können. Sie ist zugleich Ziel, Voraussetzung und Ergebnis für eine nachhaltige Entwicklung.
Ruanda hat in den vergangenen Jahren bemerkenswerte Fortschritte im Gesundheitsbereich gemacht. Dennoch ist der Bedarf an Unterstützung in vielen Bereichen noch groß. Aufgrund von Mangel an sauberem Trinkwasser und Nahrung sowie schlechten hygienischen Verhältnissen erlebt in manchen Regionen in Ruanda nur jedes 3. Kind seinen 5. Geburtstag.
Täglich sterben weltweit viele Kleinkinder beispielsweise an Infektionskrankheiten, die heute mit wenig Geld zuverlässig heilbar oder durch Prävention sogar ganz vermeidbar sind.
Health cannot be a question of income; it is a fundamental human right.
Nelson Mandela
Was wir bewirken möchten
Unsere Maßnahmen haben direkte lebensverbessernde und gesundheitsfördernde Auswirkungen. Einige Projekte reduzieren Krankheiten oder Mangelernährung, andere sollen die Kinder- und Müttersterblichkeit senken und andere wiederum die hohe Anzahl von Teenagerschwangerschaften vermindern. Wir möchten den Zugang zu guter medizinischer Versorgung, lebensrettenden Medikamenten, gesunder Ernährung und sauberem Wasser ermöglichen.
Unser Schwerpunkt: Bienfait
Eines der größten Probleme von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in den ländlichen Gebieten ist die mangelnde Mobilität und Armut. Nicht nur, dass dadurch die Teilhabe an Bildung und Gesellschaft eingeschränkt ist – es fängt schon damit an, dass Menschen mit Einschränkungen und besonderen Bedürfnissen einen schwierigeren Zugang zu Diagnose und Hilfsangeboten (Rollstühle, Therapie etc.) haben.
Ihre Behinderung – vor allem in den ländlichen Gebieten – schränkt sie auch ein, Angebote im Gesundheitsbereich wahrzunehmen. Dabei ist eine Betreuung für diese Menschen noch wichtiger.
Viele von ihnen haben keine Krankenversicherung und auch keine Diagnose über ihr Krankheitsbild oder ihre Behinderung.
Bienfait – Gesundheit dort, wo Menschen leben
Bienfait ist eines der wenigen Programme in Ruanda, das Kinder und Jugendliche mit Behinderungen direkt in ihren Gemeinden erreicht.
Unser multidisziplinäres mobile Team bringt Physiotherapie, Hilfsmittelversorgung, psychologische Beratung, Ernährungseratung und Aufklärung in entlegene Regionen. Direkt zu den Kindern nach Hause.
Gleichzeitig stärken wir lokale Gesundheitsstrukturen durch Fortbildungen und Capacity Building für Fachkräfte.
Dadurch entstehen nachhaltige Verbesserungen, die weit über die einzelne Behandlung hinausgehen.
Was wir konkret tun: Rehabilitation und Teilhabe in der Gemeinschaft
Viele Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in Ruanda haben keinen Zugang zu den Unterstützungsangeboten, die sie für ihre Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe benötigen. Fachkräfte sind insbesondere in ländlichen Regionen selten, spezialisierte Einrichtungen befinden sich oft weit entfernt, und die damit verbundenen Kosten übersteigen die Möglichkeiten vieler Familien.
Genau hier setzt Bienfait an. Das Programm verfolgt einen gemeindenahen Ansatz und bringt Unterstützung direkt zu den Menschen. Statt darauf zu warten, dass Familien weite Strecken zu Gesundheits- oder Rehabilitationszentren zurücklegen, arbeiten die Teams von Bienfait dort, wo die Kinder leben – in ihren Dörfern, Gemeinden und Familien.
Ein zentraler Bestandteil der Arbeit ist der Ansatz der Community Based Rehabilitation (CBR) beziehungsweise der gemeindenahen Rehabilitation. Der CBR – Ansatz verfolgt das Ziel, Menschen mit Behinderungen eine gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen. Dabei geht es nicht allein um medizinische Versorgung, sondern um einen ganzheitlichen Ansatz, der Gesundheit, Bildung, soziale Teilhabe, Lebensunterhalt und die Stärkung von Familien miteinander verbindet.
Für Bienfait bedeutet dies:
- Identifikation und Begleitung von Kindern mit Behinderungen in ihren Gemeinden
- Physiotherapie und Rehabilitation in Wohnortnähe
- Versorgung mit orthopädischen Hilfsmitteln und Assistive Devices
- Beratung und Schulung von Eltern und Betreuungspersonen (psycholigische Beratung, Ernährungsberatung)
- Unterstützung beim Zugang zu Bildung und inklusiven Schulen
- Aufklärung von Gemeinden zur Reduzierung von Stigmatisierung und Ausgrenzung
- Zusammenarbeit mit Gesundheitszentren, Schulen und lokalen Behörden
- Förderung von Selbsthilfegruppen und gegenseitiger Unterstützung von Familien
- sozio-ökonomische Unterstützung zur Förderung des Einkommens auf Haushaltsebene
Der Schwerpunkt auf Kindern mit Behinderungen ist bewusst gewählt. Viele Familien stehen vor erheblichen zusätzlichen Belastungen. Neben den üblichen Lebenshaltungskosten entstehen Ausgaben für medizinische Versorgung, Transporte, Hilfsmittel oder besondere Betreuung. Gleichzeitig sind Kinder mit Behinderungen häufiger von Schulabbrüchen, sozialer Isolation und Armut betroffen. Ohne gezielte Unterstützung werden sie oft von wichtigen Entwicklungs- und Bildungschancen ausgeschlossen.
Durch den CBR-Ansatz stärkt Bienfait nicht nur einzelne Kinder, sondern ihr gesamtes Umfeld. Eltern werden befähigt, ihre Kinder im Alltag zu fördern, Gemeinden werden für Inklusion sensibilisiert und lokale Strukturen werden gestärkt. Dadurch entstehen nachhaltige Veränderungen, die weit über eine einzelne Therapie oder Hilfsmittelversorgung hinausgehen.
Unser Ziel ist eine Gesellschaft, in der Kinder mit Behinderungen nicht am Rand stehen, sondern selbstverständlich am Familienleben, an Bildung, Freizeit und gesellschaftlichen Aktivitäten teilnehmen können. Teilhabe, Würde und Chancengleichheit stehen dabei im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in den ländlichen Gebieten Ruandas
Abgeschlossene Projekte:

Lebensmittelspenden und Masken für Bedürftige

Wasserzisternen für bessere Trinkwasser- Sanitär- und Hygieneversorgung (WaSH)

Hilfe für Straßenkinder in Form von Nahrung und Kleidung

Aufklärungskampagnen zur Vermeidung von Teenagerschwangerschaften
Wir unterstützen damit folgende der 17 SDGs:








